Schon am Wochenende hatte ich mich ja auf den heutigen Tag gefreut und die Freude war ja so berechtigt. Mit dem Wissen mich sofort nach der Besprechung und einer kurzen Blutentnahme in Richtung Neuroradio zu verkrümmeln, fuhr ich schon mit einem Lächeln auf den Lippen in die Klinik. Der Ipod half auch sehr dabei.
Dass wir nun doch eine neue PJlerin haben, die natürlich erstmal auf der Normalstation bleibt, emfand ich angesichts meines Plans als sehr angenehm. Meine Kollegin ist ja jetzt auf der Intensiv und hatte da wohl einen harten Tag. So konnte ich dann auch ohne Blutentnahme in die Neuroradio, wobei ich vorher noch mit einem Assi in den Notfallbereich ging. Dort legte ich einem Patienten mit Lumboischialgie eine Viggo, sollte dann die Anamnse dokumentieren und ihn nachuntersuchen. Da ich weder zugehört noch Lust aufs Nachuntersuchen hatte, kam es mir sehr gelegen, dass der Assi mir dann doch alles diktierte und wir wieder gingen. Die Besprechung war rum, also ging ich frühstücken und dann nach unten.
Und es lohnte sich wirklich – nicht nur weil ich mich wieder nett mit den lieben Patientinnen unterhalten und den Schwestern bei der Vorbereitung helfen konnte. Ich durfte mich mit steril waschen und assistieren – bei der ersten ganz allein, bei der zweiten zusammen mit dem netten Gastarzt. Fragen und zahlreiche Erklärungen gab es auch wieder, es machte einfach riesen Spaß. Außerdem sagte ich zu dort zu promovieren, wobei der Prof leider noch nicht mit der Arbeitsgruppe reden konnte. Am Freitag holt er dies nach und wir werden dann mailen bzw telefonieren. Also bin ich diesbezüglich zunächst ganz geduldig und fahre am Samstag erstmal nach Österreich.
Den restlichen Tag verbrachte ich mit Verbänden, den Blutentnahmen an denen die PJlerin scheiterte, Fäden ziehen und Visiten. Die Assis wunderten sich wieder ein bißchen, als eine Patientin unbedingt mit mir allein nochmal sprechen wollte. Dies tat ich dann auch brav nach Feierabend um halb 4 – Lust auf die Intensivvisite hatte ich eh nicht. So saß ich eine Stunde bei der Dame am Bett, erklärte ihr was gemacht wurde und unterhielt mich einfach nett. Es kam mir gar nicht wie eine Stunde vor, ich nahm nur am Rand war, wie bei einer Mitpatientin zunächst ein Narkosearzt und dann eine Assi von uns zur OP-Aufklärung kamen und wieder gingen.
Völlig guter Dinge kaufte ich dann noch meine Backutensilien und soeben nahm ich einen lecker duftenden Schokinokuchen aus dem Ofen. Jetzt braucht er nur noch Glasur und dann kann auch am letzten Tag wohl nichts mehr schief gehen…

hi liebes- ich wünsch dir alles gute für deinen letzten tag und nen leckeren schokinokuchen (=
deine skia <3
Danke meine Süße, der Kuchen war wirklich toll und auch ganz schnell weg – viel schneller als der gekaufte meiner Kollegin!^^
Wow, dein Eintrag hat mal wieder sooo Spaß gemacht zu lesen, echt. Da sprudelt deine Freude am Umgang mit den Leuten und am Beruf total raus. Toll!! Ich find’s so schön, dass du dir für die Patientin so viel Zeit genommen hast. Versuch dir das auf jeden Fall irgendwie beizubehalten, denn gerade das Menschliche fehlt vielen Ärzten meiner Meinung nach. Wobei die’s in der heutigen Zeit, besonders halt momentan echt schwer haben. Zeitdruck, viele Patienten, lange Schichten usw. Da ist’s halt manchmal auch einfach net möglich, sich so viel Zeit für die Patienten zu nehmen, wie diese eigentlich bräuchten. Aber du machst das soooo toll, echt! Du wirst ne super Ärztin werden, da bin ich mir sicher! Und ich wünsch dir so sehr, dass du für immer und ewig so viel Freude am Beruf haben wirst wie du’s jetzt momentan hast!!!
Ich wollte eigentlich mal nen Fantakuchen backen. Hab aber total Schiss davor, dass das dann in nem riesen FA ausartet. Daher hab ich mich bisher nicht getraut, den Kuchen zu backen. Ach man, das ist echt blöd. :/
Naja, ich wünsch dir heut nen ebenso schönen Tag wie du ihn gestern hattest!!
LG blue-spirit
Vielen Dank für deine lieben Worte – ja, auch heute habe ich mich wieder mit den Patienten unterhalten und in dem Zimmer der oben beschriebenen Dame sogar von meinem Kuchen verteilt, zum probieren. Ich will die viele Zeit, die man als Studi auf Station hat wenigstens nutzen – Stress habe ich später genug! lg