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Archiv für Januar 2011

Im Moment stecke ich wohl wieder in einem kleinen Tief. Alles ist eigentlich halbso schlimm, aber aus Schlafmangel und diversen Nachwirkungen (Impfung, Blutspende) ist mit mir nichts anzufangen. Viellleicht liegt es auch daran, dass ich in der Woche eigentlich ständig unter Leuten bin. Jeden Tag mit allen PJlern zu Mittag esse, wir mindestens eine Fortbildung pro Tag gemeinsam haben und ich so gut wie jeden Abend entweder zum Sport gehe (N. geht immer mit mir, aber es sind immer auch welche von den anderen da, vor allem wenn wir Kurse besuchen), ins Kino oder mit den anderen etwas trinken.

Jedenfalls bin ich hier froh auch mal ein wenig Zeit für mich zu haben, in Ruhe meine Sachen zu erledigen, mal zu kochen oder zu lesen (ich habe “Hectors Reise” begonnen). Eigentlich hatte ich geplant heute eine Party zu besuchen, auf der theoretisch viele Leute sind, die ich kenne. Nur leider geht meine gute Freundin mit ihrem Freund (Pärchenalarm! -.-), N. will nicht hingehen (Eintritt 20 € ist halt auch happig) und alle, auf die ich mich sonst gefreut hätte, haben etwas anderes vor bzw können nicht (Dienst, Bein gebrochen, etc).

Also bleibe ich hier und mache mir einen gemütlichen Abend, wohlwissend, dass die kleine Stimme im Hinterkopf mich nun als langweilig beschimpft und es außerdem mal wieder ein altes Muster von mir ist. Es könnte ja doof werden, also geht man gar nicht hin, ist aber auch deprimiert, weil man nie etwas unternimmt. Gut, dass trifft seit ein paar Jahren nicht mehr zu, aber dennoch werden die Gelegenheiten feiern zu gehen doch immer weniger je näher das Hammerexamen rückt – den Sommer kann ich jetzt schon vergessen! >.<

Gerade ist ein schönes Wochenende für mich soviel es geht zu schlafen, mich nicht der Kälte auszusetzen und in Ruhe zu lesen. Natürlich lernt man so niemanden kennen, aber eigentlich flirten mich auf Partys sowieso meist nur Spacken an, die ich dann gar nicht näher kennenlernen will. Zurzeit bin ich eben einfach nicht so gut drauf und muss erst einmal schauen, wie ich die Situation in der Klinik für mich zum Besseren wenden kann. Und wenn ich durch meine neue Zurückgezogenheit etwas öfter zum Lehrbuch greife, kann das auch nicht schaden.

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Halbzeit

Nun sind die ersten 8 Wochen dieses Tertials rum – es folgen also nochmal 8 in der Inneren Medizin bevor es endlich in die Chirurgie geht. Im Moment bin ich maximal demotiviert. Alle sind zwar weiterhin nett, aber dieser ewige Trott aus Blutentnahmen, Visite, Briefe schreiben und vielleicht mal untersuchen geht mir gehörig auf die Nerven. Zumal man bei meinen Ärzten zum Teil echt aufpassen muss, was man sagt. Eine simple Nachfrage aus purer Planlosigkeit wird sofort als Kritik aufgefasst und schnippisch mit dem Hinweis auf irgendeinen blöden Score oder eine neue Studien beantwortet. Und da heisst es im PJ-Unterricht wir dürften und sollten in jedem Fall alles fragen – pah, so ein Blödsinn.

Ich lerne einfach nichts neues und der OA, der am Anfang so nett zu mir war und wollte, dass ich eigene Patienten bekomme, redet kaum noch mit mir. Er grüßt selten, wenn ich ihm beim Sonografieren zusehe (was ich jetzt einfach so mache, wenn mir auf Station langweilig ist) erklärt er leise und wenig bis gar nicht. Gefragt werde ich nie, gelobt sowieso nicht und machen darf ich erst recht nichts.

Beim Sonokurs hat der Leitender leider mitbekommen, wie ich einer Freundin erzählte, dass ich noch nichts punktieren durfte, dabei hatten wir Patienten mit literweise Ascites (Bauchwasser) und Pleuraergüssen (Wasser zwischen Lunge und Brustwand), die schon per Perkussion zu diagnostizieren waren. Also genau das richtige für Anfänger und selbst wenn ich sagte, ich wolle zumindest zusehen, sagt keiner bescheid und ich vertrödele die Zeit mit einer Blutentnahme oder Anamnese, die man locker auch eine halbe Stunde später hätte machen können.

Der OA muss das jedenfalls angesprochen haben, denn neuerdings reagieren alle gleich extrem defensiv, wenn ich mal anmerke etwas selber machen zu wollen. Ab Montag werde ich vielleicht mal die Stationsseite und damit auch Assistenten und Oberarzt wechseln.

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Das war wieder einmal ein großartiges Wochenende in meiner neuen Heimat auf Zeit. Freitag nachmittag wollte ich nur kurz in der Stadt Zeichenbleistifte kaufen, als mich ganz wunderbare türkisblaue flache Overknee-Stiefel anlachten. Da sie auch meine Größe hatten, 50% reduziert waren und perfekt zu der neulich erstandenen Mütze passten, war die Sache klar. Da bin ich echt wie jede Frau – warum klappts denn bloß mit den Männern nicht?!
Am Samstag ging es erstmal gemütlich zum Frühstücksbuffet in ein nettes kleines Cafe hier ganz in der Nähe. Ein kleines Verdauungsschläfchen später, war es auch schon soweit: Bloggertreffen mit Mutismusblog und Paul von Alltag im Rettungsdienst. Am Bahnhof fanden wir uns recht schnell und gingen in ein Cafe, welches berühmt für seinen Kuchen ist. Aufgeregt war ich eigentlich nicht, Paul kannte ich schon und irgendwie war ich mir sehr sicher, dass Mutismusblog eine ganz Liebe ist. Und wenn man nicht von ihr gelesen hätte, was Sie alles hinter sich hat und wie schwer ihr das Reden manchmal fällt, dann denkt man echt nicht, dass sie selektiv mutistisch ist. Das hat mich extrem beeindruckt, immerhin waren wir zwei Fremde für sie, die in einem brechend vollen lautem Cafe mit ihr redeten und eben allerhand Fragen an sie hatten.
Mich hat es jedenfalls sehr gefreut Sie endlich mal kennenzulernen und auch Paul hatte ich viel zu lange nicht gesehen, wo wir doch nun wirklich nicht so weit voneinander entfernt wohnen.
Da ich dieses Riesen Tortenstück wirklich ganz verdrückt hatte, war das Training abends quasi obligat. ^^
Heute ließ ich es dann ruhig angehen, schlief aus, las viel und packte diverse neue Dateien auf mein geliebtes HTC Desire HD. Ein bisschen Hausarbeit wartete ebenfalls noch auf mich, meine Eltern erzählten mir was sie wo in Garten herausgerissen und woanders eingepflanzt haben. Rentner müsste man sein!^^ Mein Acrylbild ist schon fast fertig und der aktuelle Roman wird auch bald durchgelesen sein. Zum Glück habe ich zu Weihnachten Nachschub geschenkt bekommen.
Eben war ich noch – natürlich – beim Sport. Das Publikum dort ist echt irgendwie… speziell -.- hat allerdings auch einen gewissen Unterhaltungswert. Nun lasse ich die kommende Woche auf mich zukommen, ab morgen rotiere ich in der Diagnostik. Man darf gespannt bleiben…^^

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