Im Rahmen der Rotation war ich ebenfalls auf unserer Dialysestation. Durch die zwar kurze aber tolle Famulatur im letzten Frühjahr in der ambulanten Dialyse und der Nephro-Praxis kannte ich mich da ja schon ein bißchen aus, wobei die Patienten in der Klinik einfach kränker sind. Sie haben extreme Blutdruckschwankungen an der Dialyse, einen zu schlechten Allgemeinzustand, um in einem ambulanten Zentrum zu dialysieren oder sie sind schlicht und ergreifend gerade wegen etwas anderem (zum Beispiel ihrer Krankheit, die zur terminalen Niereninsuffizienz geführt hat) im Krankenhaus. So kam es auch, dass ich den einen oder anderen Patienten noch von meiner Station kannte, auch wenn ich schon länger nicht mehr dort war.
Die Ärztinnen und auch die Pflege war freundlich, mir wurden verschiedene Dialysekatheter erklärt und ich durfte Fragen stellen. Bei den neueren Dialysegeräten schaute ich beim Aufbau und den Einstellungen zu, ließ mir auch von der Pflege viel erklären und lief die Visiten mit. Besonders handlungsintensiv war es nicht, daher verbrachte ich nicht gerade wenig Zeit damit, mit einem Pfleger zu schwatzen und mit der Fachärztin eine Stunde Mittag zu essen. Über die Abteilungsbesprechung und den direkt anschließenden Innere PJ-Unterricht war ich ebenfalls froh - und auch hier ging ich dann auch etwas früher. Vorher ließ ich mir von einer Assistentin nochmal einen Crash-Kurs in Dialyse geben, also was ich für mein Probe-Stex unbedingt wissen müsse.
Etwas neuer und damit spannender war es dann doch im Herzecho. Dort untersucht man das Herz per Ultraschall, entweder von außen durch die Rippen (TTE) oder über die Speiseröhre, indem der Patient einen Schlauch schluckt (TEE). Von Prinzip hier ist alles logisch, nur die Orientierung ist am Anfang schwer und was man wo und wie alles messen muss, ist mir noch immer etwas zu hoch. Allerdings muss ich das ja später nicht machen, hauptsache das Prinzip ist mir klar, falls ich mal eine solche Untersuchung anmelde. Gut, es sei denn es geht doch in die Anästhesie, denn dort ist es bei Herz-OPs Standard das Herz per TEE zu überwachen.
Die beiden Ärztinnen dort kannte ich vom sehen und war etwas vorsichtiger, denn vor allem die Oberärztin sei eher berüchtigt. Zu mir war sie allerdings nett, fragte mich ein bißchen ab, erklärte die Standardschnitte und wollte auch Dinge wie mein Wahlfach, meine gewünschte Fachrichtung und meine Erfahrungen mit der Untersuch ung wissen. Ein bißchen undurchschaubar war sie schon, ob ihr nun passte was sie hört oder eb sie generell nur aus Höflichkeit fragte, kann ich nicht einschätzen. Manchmal habe ich das Gefühl Kardiologen packen Studenten in zwei Schubladen: die einen, die selber Kardiologen werden wollen in eine, alle anderen in die andere Schublade.
Die erfahrene Assistentin erklärte sehr viel und ließ mich sogar eine Patientin selber schallen. Da sie mir irgendwie weniger “unberechenbar” vorkam, hielt ich mich hauptsächlich an sie. Die Schwestern waren nett, aber etwas ruppig und vom gesamten Ablauf irgendwie genervt. Interessant war es und beklagen kann man sich auch nicht, aber dort bot mir niemand Kaffee oder Tee an (in der Endo bekam ich sogar Schoki), ich ging allein essen und die gesamte Stimmung war nicht so locker.
Fazit: wenn es auf Station mal wieder langweilig ist, werde ich mich am ehesten in die Notaufnahme, die Endo oder das Katheterlabor verkrümeln.^^

Großartig, und die erste Pleurapunktion ging auch gleich gut, chapeau! Nachdem ich ja letztens erlebt habe, wie tricky das ist..
Es war recht viel Erguss drin, daher war es auch nicht so gefährlich.
aber trotzdem cool! Komischerweise hat der andere Pjler, der nur 4 Wochen da ist, auf Normalstation jetzt auch schon mehrfach punktiert. Bei mir hat das ja angeblich nie geklappt, nicht mal zum zusehen haben dir mir bescheid gegeben, trotz 2x drum bitten. Ich bleibe einfach schön auf der ITS.