Wie der eine oder andere vielleicht schon über Twitter weiß, bin ich seit Montag auf der internistischen Intensivstation. Und was soll ich sagen: endlich fühlt sich mal wieder etwas richtig an. Eigentlich verrückt, denn der Bereich ist so speziell, dass man annehmen müsste als Pjler noch viel weniger zu verstehen und machen zu können als auf der Normalstation. Dem ist nicht so, aus dem einfachen Grund, dass ich im ersten Tertial in der Anaesthesie war. Retrospektiv wird mir immer wieder bewusst wie unglaublich viel man mir dort beigebracht hat. In meinen 3 Wochen auf deren ITS hatte ich einfach auch sehr viel Glück so tolle Assistenten zu haben. Und meine beiden Tutoren haben mir von Weaning über parentere Ernährung bis zur Bilanzierung wirklich alles erklärt.
Jetzt wundern sich alle, den Pjler seien dort eine Rarität, jedoch ist jeder extrem freundlich und selbst die Pflege schien gar nicht mal so genervt davon wie zunächst erwartet. Anfänger bringen eben Unruhe rein, aber nach ein paar Viggos, Arterien und vor allem einer ausführlichen Vorstellungsrunde wirken alle recht positiv.
Die Assistenten sind einfach super, trotz Stress erklären sie alles und lassen mich prinzipiell alles selber durchführen. So habe ich an 3 Tagen auf der ITS mehr eigenständig gearbeitet und neues gelernt als in 9 Wochen Normalstation.
Meine erste Pleurapunktion funktionierte super (bei 1,5 L Erguss auch nicht gerade unmöglich), ich kann wieder großlumige Viggos legen und die Untersuchung eines beatmetem Patienten ist eine neue Herausforderung – man kann ja nicht eben mal “die Luft abdrehen” nur um die Herztöne beurteilen zu können.^^ Aus irgendeinem Grund gibt es auch immer etwas zutun, hier einen Neuzugang, da eine Arterie, dann die Untersuchungen, wobei ich Herzecho und Bauch-Ultraschall selber mache, während mir jemand über die Schulter schaut. Noch mache ich etwas mehr Arbeit als zu helfen, aber ab nächster Woche weiß ich wo alles liegt und kenne die meisten Patienten. Nun bin ich auch wieder motiviert ins Buch zu schauen!^^
Innere intensiv
23/02/2011 von Avialle

Auf unserer internistischen ITS ist seit Montag auch eine neue PJane…
Und, wie ist die so? Musste mich bisher nicht mit der Pflege anlegen und backe gleich mal einen Schokokuchen
Ich hab noch nicht viel von ihr mitgekriegt, dadurch dass ich ja Spät und Nacht hatte. Aber ich hab gehört sie stellt sich sehr gut an. Und es sind natürlich alle sehr dankbar, dass sie (unter anderem) die vielen Blutentnahmen übernimmt
Ich hoffe du musst dich auch weiterhin nicht mit der Pflege anlegen… und Schokokuchen ist ja grundsätzlich immer eine gute Idee
Dadurch dass die nie PJler haben, gibt es auch keine Standardaufgaben wie Blut und BGAs so wie in ersten Tertial an der Uni. Die stellen das Blut nachts und nehmen es gleich um kurz nach 6 ab. Kurven schreibt auch der Spätdienst, Anordnungsbögen der Nachtdienst. Uns bleibt im Frühdienst alle Diagnostik, Verlegungen und Aufnahmen (inklusive I-Transporte, Untersuchungen) Organisation und invasive Maßnahmen. Daher ist mir vor allem der Assistent dankbar, denn ich übernehme hauptsächlich seine Aufgaben. Beim Lagern, BGAs machen und essen eingeben habe ich aber auch schon geholfen.
Habe meine Zeit auf der Intensivstation im PJ auch sehr genossen. Leider ging viel zu schnell vorbei
Ja, das ist das Problem: schob mein Wunsch nach einer 2. Woche wurde von meiner Normalstation eher kritisch aufgenommen. Die können schon verstehen, dass ich es dort interessant finde, haben aber auch Angst, dass sie nun ohne 2. Pjler und ohne die Famulantin ihr Blut allein abnehmen müssen. Das ist mir aber egal, ich will maximal lernen und bin nicht deren Sklave für die Drecksarbeit. Die hatten 9 Wochen Zeit mich zu begeistern und haben mich nur frustriert. Da hilft es auch nicht, wenn Sie sehr nett sind. Wenn die mich echt zwingen ab Montag wieder auf die Normalstation zu gehen, dann werde ich mich jedes mal in die Diagnostik verkrümmel, wenn es lahm wird.
Ich will jetzt hier keine Endlosdiskussion über ärztliche und nicht-ärztliche Tätigkeiten auslösen, aber ich versteht immernoch nicht, was am Blutabnehmen so schlimm ist. Zumal man es ja nicht immer machen muss. Aber wenn halt mal Not am Mann ist… da bricht man sich doch keinen Zacken aus der Krone.
Es geht ja nicht ums Blutabnehmen an sich, sondern darum dass du als Pjler manchmal nichts anderes machst und die Ärzte ganz eindeutig aushängen lassen, dass sie darauf keine Lust haben. Und glaub mir, die 40igste Entnahme bei schlechten Venen nervt, egal ob du Schwester, Ärztin oder Studentin bist.
Ich meinte ja auch, dass ich nicht verstehe, warum viele Schwestern so rumzicken, wenn sie mal Blut abnehmen müssen. Dass die meisten Ärzte darauf keinen Bock haben weiß ich ja selber
Und ja, ich weiß, dass BEs bei schlechten Venen keinen Spaß machen, aber was muss, dass muss halt. Den 50igsten Schieber am Tag wegbringen macht ja auch keinen Spaß
und trotzdem wirds gemacht.
Ich denke, dass die Pflege sehr genau auf ärztliche und nicht-ärztliche Tätigkeiten schaut, weil sie mit den nicht-ärztlichen schon mehr als genug zutun haben. Aber das ist ja auch von Haus zu Haus unterschiedlich, ich war auch in Häusern, in denen Schwestern grundsätzlich alle BEs und Viggos übernehmen, andere in denen es extra eine Blutentnahme-Schwester gibt und wieder andere, in denen es immer die Ärzte übernehmen. Aber wenn es eigentlich die Ärzte machen und dann “mal die Schwester”, wird aus mal schnell öfter und dann immer, das hat eine Menge Konfliktpotential.