Feeds:
Artikel
Kommentare

Mit ‘Dienst’ getaggte Artikel

So viele angefangene Artikel mit guten Ideen tummeln sich als Entwürfe in meiner Liste, aber ich komme einfach nicht dazu, sie umzusetzen. Momentan geht es mir im Allgemeinen nicht so sonderlich, die Pollen quälen mich und in der ZNA ist es alles andere als angenehm. Zum Teil ist die Pflege nochmal herablassender, man wird vor den Patienten bloßgestellt als wäre man Schulpraktikant und hätte noch nie in einer Klinik gearbeitet. Die neue Ärztin ist ziemlich hilflos und daher genervt, die Pflege lässt sie auflaufen und man selber wird als Bote hin- und hergeschickt, um sich von beiden Seiten die kleinen Machtkämpfe anzuhören.

Allerdings ist auch nicht alles nur schlecht, wie üblich komme ich mit anderen Schwestern sehr gut aus und meine letzten beiden Dienste haben richtig Spaß gemacht. Am gestrigen war ich kaum in der Notaufnahme, weil mich ständig irgendein OA für die OPs haben wollte.  Immerhin durfte ich selber bohren und Schrauben setzen, die Bauchchirurgen erklärten mir total viel und die liebe Anästhesistin rief extra an, damit ich bei der Einleitung eines Kleinkindes mitmachen konnte.

Eine wirklich liebe Schülerin ist zurzeit auch in der Notaufnahme eingeteilt, mit der ich ein gutes Team bilde. Sie freut sich mir helfen und etwas richten zu dürfen, während ich ihr gerne vieles erkläre – gerade was Medikamente angeht.^^

Des Weiteren habe ich angefangen für das Hammerexamen zu lernen. Einer der Gründe warum neben der Arbeit kaum Zeit für andere Dinge – wie bloggen oder Blogs lesen – bleibt. ZumFitty muss ich rückenbedingt ja auch 2 bis 3 mal die Woche und außerdem habe ich nun angefangen aktiv zu laufen.

Meine Mitbewohnerin hier und ich haben uns zwei schöne Strecken ausgesucht (eine 7 km, die andere etwas über 10 km) und schaffen es tatsächlich 3x/Woche unsere Runde zu drehen. Zum Geburtstag habe ich mir daher auch viele neue Funktionsklamotten, einen Laufgürtel und ähnliches gewünscht – Pulsuhr hatte ich ja noch vom Spinning und die neuen Laufschuhe waren ein Schnäppchen.^^

Unsere ersten beiden Läufe stehen auch schon an, ich werde berichten! Die Männerwelt habe ich zunächst mal auf Eis gelegt, ich habe gerade einfach weder Zeit noch Nerven mich wieder mit irgendeiner komplizierten Geschichte auseinander zu setzen. Erst einmal muss ich das Examen schaffen und für mich selber entscheiden, was ich eigentlich möchte.

Nachdem meine Freundin, die immer Orthopädin werden wollte, nun in einer Rhehaklinik in der Inneren anfängt… wer weiß, was noch passiert! ^^

Read Full Post »

Fast eine Woche später berichte ich euch doch noch von meinem Sonntagsdienst – es war zwar nicht mein erster, aber der erste in diesem Tertial und der erste, den ich bezahlt bekomme!^^

Erst um 9 Uhr musste ich in der Klinik auftauchen, um in der Notaufnahme den coolen Facharzt unserer Abteilung zu treffen, der gleich mal ein dickes Lob für mich übrig hatte. Er meinte, ich sei dem ganzen Team schon positiv aufgefallen. Naja, ihm vielleicht und meinem Stationsarzt, weil sie mich in unserer einen gemeinsamen Gallen-OP haben nähen lassen. Und den OP-Schwestern, weil ich immer brav mit lagere, steril anreiche und – am wichtigsten – mich jeder einzelnen vorgestellt habe.

Wenn alle in der Abteilung so toll wären, hätte ich das perfekte Chirurgietertial. Leider sind die Oberärzte nicht so, keiner von denen. Aber egal, ich wollte vom Dienst erzählen. Ich freute mich schon mit dem Facharzt einen genialen Dienst zu haben und nahm erst einmal auf allen Stationen das Blut ab, denn an Sonntagen ist morgen um 9 noch nicht viel los.

Auf Station sah ich schon wer Hintergrund-Dienst hatte und gerade alle Stationen visitierte: unsere Oberärztin – die wie immer nur ein kurzes Hallo und nicht mehr für mich übrig hatte. Die Frau ist einfach nur komisch – völlig undefinierbar, nicht unfreundlich, aber auch nicht normal nett, sie ignoriert einen nicht total, kann aber auch nicht normal mit einem reden.

Wieder unten musste ich feststellen, dass der Facharzt nur noch ein Überbleibsel des Samstagsdienstes war, an seiner Stelle war nun ein Facharzt der Unfallchirurgen im Dienst. Mit diesem verstand ich mich aber mindestens genauso gut. Wir lachten viel, unterhielten uns privat, aber trotzdem betete er mir die Röntgenbefunde geradezu herunter, fragte mich ab, ließ mich extrem viel selber machen und veräppelte mich, wenn etwas nicht so toll lief.

Wettermäßig sah es Sonntag nicht mehr so super aus (darum hatte ich mich ja für den Dienst gemeldet – Samstag brutzelte ich noch in der Sonne), blieben uns die vielen Grillunfälle, Klettergerüststürze, in Rasenmäher geratenen Hände und zermatschte Motoradfahrer erspart. Trotzdem hatten wir spanndende Fälle, ich konnte viele Platzwunden nähen, verdrehte Gelenke untersuchen (es waren viele Fußballspiele), auf schmerzgeplagte Bäuche drücken und wir hatten sogar einen Patienten, der von einem Kampfhund angefallen wurde.

Eine liebe Frau ging mir gar nicht mehr aus dem Kopf, da wir uns sehr lange über ihre psychiatrische Erkrankung und die über Jahrzehnte entstandenen Folgen (multiple Organschäden) unterhielten. Dann verpasste ich noch spannende Sachen, da die Oberärztin mich extra beim Essen mit dem Facharzt fragte, ob ich denn noch einen hochakuten Bauch mitoperieren wolle.

Ich sagte zu, aber von Mitoperieren kann keine Rede sein – es gab ja noch den diensthabenden Arzt von den Stationen, der dann sogar die Hautnaht selber tackerte! O.o Immerhin konnte ich die ganze Grütze aus dem Bauch wegsaugen und bekam dafür ein Lob – natürlich von der OP-Schwester. Die OÄ relativierte das nur, ich hätte ja schon Erfahrung.

Es war zwar interessant zu sehen, aber dennoch irgendwie sinnlos, dass ich überhaupt mit am Tisch stand. Ein Rahmen mit Haken hätte es auch getan. Sonst sind die diensthabenden Assistenten froh, wenn sie noch bevor der Bauch zu ist, abtreten können, weil normalerweise 1000 weitere Dinge auf Station zu erledigen sind. Oder der Operateur verpieselt sich ganz schnell mit den Worten “Den Rest könnt ihr ja alleine!”

Fehlanzeige, leider. Nächstes Mal bin ich schlauer und bleibe in der Notaufnahme, vor allem wenn ich wieder so einen coolen Kollegen habe. In der Frühbesprechung am nächsten Morgen fragte er sogar vor allen noch, ob ich gut heimgekommen sei und meinte auf die oberärztliche Frage nach dem “ruhigen Dienst“, dass ich ihm ja schön geholfen hätte. Dies interessiert meine Oberärzte natürlich nicht, aber ich fand es trotzdem nett. Immerhin war ich ja 3,5 Stunden nach Dienstende erst gegangen..^^

Read Full Post »

Nun wollte ich dem ganzen Gerede meiner Mit-PJler doch mal auf den Grund gehen. Schließlich erzählten sie mir ständig, es sei ja so toll gewesen, den Dienst mitzumachen. Auf genaue Nachfrage, was denn da so toll war, wurden mir stets Dinge aufgezählt, die ich auch im normalem Taggeschäft gemacht habe.

Da ich meinen Tutor ja eh so selten sehen und er gestern Dienst hatte, wollte ich nun doch mal mitmachen. Zwar bekommen wir kein Geld dafür, aber immerhin den Tag darauf frei. Und als Facharzt muss mein Tutor im Gegensatz zu den Assistenten nicht die länger dauernden OPs aussitzen, sondern ist für den Schockraum zuständig. Also von sich aus schon einmal vielversprechend.^^

Meinen Tutor schien das auch zu freuen, jedenfalls redete er viel mit mir, kümmerte sich und ließ mich sogar die ganze Narkose bei einer Schwester aus unserem Haus durchführen. Ich fragte extra nochmal nach, ob er das nicht lieber selber machen würde, aber er meinte das sei ok so – er wisse was ich könne und vertraue mir dabei völlig.^^

Von ihm bekam ich nicht das einzige Lob des Tages, denn auf dem Plan entdeckte ich einen Jungassistenten in einem anderen Saal mit großer Bauch-OP und Vollverkabelung. Bei uns war eh gerade Zwangspause im Saal, also sprang ich mal ans andere Ende des OP-Trakts. Dort stand nicht nur der Jungassi, der mich grinsend empfing, sonderna auch einer der leitenden Oberärzte. Dieser begann dann erstmal mich über sein Promotionsthema abzufragen und mochte offenbar, was er hörte, denn danach kam ein Loblied auf die Anästhesie und ein halbes Bewerbungsgespräch. Der Jungassi warf natürlich sofort meinen richtigen Berufswunsch ein, was den OA nur noch mehr motivierte. Und mit vielen seiner Argumente für die Anästhesie und gegen die Chirurgie hat er leider auch sehr recht. Zumal ich mir bei dem tollen Team wirklich vorstellen könnte, dort zu arbeiten. Aber ich will doch operieren… )=

Da es mit der großen Einleitung doch noch nicht losging, konnte ich schnell eine Larynxmaske in meinem eigentlichen Saal schieben – und fand selbigen OA gleich wieder in der Einleitung! Diesmal unterhielt er sich mit meinem Tutor über mich, der dem OA dann auch noch andere Situationen erzählte, bei denen ich “aufgefallen” sei. Sie verpackten es ganz witzig, aber ein bißchen rot bin ich trotzdem geworden.

Bei der großen Einleitung durfte ich zwar die Intubation (Ileus-Einleitung) nicht durchführen, aber dafür meine erste Flow-Switch-Arterie legen (die anderen hatte ich sonst immer über einen Seldingerdraht gelegt). Einmal kurz para gewesen, klappte es im zweiten Versuch fast auf Anhieb – wieder etwas neues tolles gemacht!^^

So pendelte ich eigentlich den ganzen Tag zwischen meinem richtigem Tutor und dem Jungsassi, der Rufbereitschafts hatte. Gerade als es ruhiger wurde und gegen Abend auch die letzten OPs langsam ein Ende hatten, hieß es es käme ein Patient mit akuter Blutung im Rachenraum in den Schockraum. Einer der Oberärzte war schon vor Ort, der Patient kam intubiert aus dem Kreiskrankenhaus Hinterwaldshausen, mit kleinen Zugängen (eine blauer, zwei grüne) und komischem Zeug dran (wo gibt man denn heute noch Gelatine als Volumenersatz???).

Der Oberarzt regte sich tierisch auf, dass die HNO-Ärzte ewig brauchten, kein Blut kam, die BGA nicht gemacht wurde und und und. Irgendwie fand ich den Schockraum relativ unprofessionell, überall stand Zeug im Weg herum, wichtige Dinge wie Handschuhe oder großlumige Zugänge waren irgendwo an der Wand versteckt. Das Personal dort hatte entweder gar keine Ahnung wo etwas war oder brauchte zwei Extraeinladungen, um den Anordnungen des OA nachzukommen. Für mich war damit alles meine Aufgabe, was die anderen nicht hinbekamen: BGAs machen, Transportdienst anrufen und nach den Blutkonserven fragen, Saugung holen und anschließen, Nadeln und anderes spitzes Material entsorgen, große Viggos legen. Der Jungsassi  legte dabei die Arterie, der OA bronchoskopierte und der Narkosepfleger zog Medis auf und gab sie. Alle anderen standen herum und gingen ganz schnell wieder, nach dem Motto “Na ihr habt ja alles im Griff!”.

Da sich ja keiner berufen fühlte machte ich dann auch noch beim Transport in den OP mit, leitete die Blutkonserven wieder um (die sollten ja jetzt gleich in den OP und nicht in die Notaufnahme) und half im OP bei den üblichen Maßnahmen. Insgesamt lief die ganze Sache also richtig gut, den Hb-Abfall hatten wir gut abgefangen, die HNO-Ärzte fanden die Blutunsquelle und konnten das Gefäß ligieren. Bis auf die organisatorischen Mängel hatten wir also keine großen Probleme und selbst die Blutgase wurden unter gescheiter Beatmungstherapie besser.

Der Patient ging auf unsere Intensivstation und schon war es wieder ruhiger im OP-Trakt. Bei einer Kleinigkeit in der Gyn durfte ich noch mitmachen und schon war es 22 Uhr. Die Zeit verging wie im Flug, doch spätestens zuhause merkte ich dann wie müde und geschafft ich eigentlich war. Allein das herumlaufen für über 14 Stunden strengt an, besonders wenn man dann noch unter Strom steht.

Gelohnt hat sich der Dienst auf jeden Fall, aber ich hatte auch richtig Glück mit dem tollen Team. Beim nächsten Mal werde ich definitiv vorher auf den Plan gucken, wer noch so alles Dienst hat – und mein Tutor hätte sicher nichts dagegen, wenn ihm öfter Gesellschaft leiste.^^

Read Full Post »

Older Posts »

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 32 Followern an