Oh je, knapp zwei Wochen Funkstille – ich hoffe ich habe überhaupt noch Leser. -.- Tut mir wirklich leid! Bei mir ging es einfach irgendwie drunter und drüber, das Examen rückt näher, die Unfallchirurgen haben uns ganz schön eingespannt und ein gewisser junger Mann musste mein Leben ja unbedingt nochmal 10fach verkomplizieren. Dann noch ein spontaner Besuch auf einem Kongress und schwupps, waren zwei Wochen rum.
Dies ist seit langem das erste Wochenende, welches ich einfach zuhause verbringen konnte. Endlich halbwegs ausschlafen, in Ruhe den Tag begehen, lernen und nicht ständig irgendwelche Uhrzeiten einhalten, an Haltestellen warten und in fremden Betten schlafen. Daher war ich auch recht erfolgreich, ich habe endlich zu kreuzen angefangen, Chirurgie nun einmal durchgelernt, mit Psychiatrie angefangen und eine Bewerbung geschrieben.
Zum ersten Mal seit ich hier wohne, habe ich selber gekocht und außerdem lag ich trotzdem in der Sonne – hier gibt es unheimlich schöne Parks.^^ An morgen starte ich mit meiner Gruppe in der Notaufnahme durch, mal sehen wie das so wird.
Insgesamt war es bei den Unfallchirurgen nicht schlecht, im OP wurde man endlich mal wahrgenommen – ich habe viel genäht und durfte beim Chef sogar selber Hammer und Meißel in die Hand nehmen. Auf Station gab es einige Schwestern, die ziemlich anstrengend und zickig waren, daher habe ich zu Beginn gleich auf die andere Station gewechselt. Mit der Aufteilung hat es eh nicht wirklich geklappt – ich war als einzige wirklich fest auf der Station, während die anderen 4 auf dem anderen Flur zwar von den fitteren Ärzten profitierten, sich aber auch mit den Zickerein auseinandersetzen mussten.
Man macht dort nämlich alle Verbände und 8 Fixateure, während die Schwestern in Ruhe frühstücken, um danach dann auch noch über unsere Arbeit zu meckern. -.- Das musste ich mir wirklich nicht geben, mittlerweile gehe ich solchen Konflikten gleich aus dem Weg. Mit “meinen” Schwestern verstand ich mich super, vor allem weil mir nie solche Patzer passiert sind wie zum Teil den anderen. Eine stellte die Blutröhrchen mit Tablett in den Schrank, wo die Schwestern sie nicht fanden, die nächste klebte normales Fixomull auf Drainagenlöcher (hält ca. 30 Minuten, dann sifft der Verband durch und muss inkl. Bett neu gemacht werden) und eine andere zog bei der falschen Patientin die Fäden. Es war ein Missverständnis (bei Omchens am besten das Geburtsdatum sagen lassen und nicht nur fragen “Wer ist Frau Müller?!”), aber trotzdem hinterlässt es einen schlechten Eindruck über PJler bei der Pflege. -.-
Die Geschichte mit dem Kongress war eher spontan, aber zwei Freunde von mir fuhren und zufällig fand er bei meiner besten Freundin vor der Haustür statt. Von unserem Uniklinikum waren auch ein paar Ärzte da, unter anderem mein Tutor – den hatte ich ja schon ewig nicht mehr gesehen. Meine Freunde ließen mich dann leider ziemlich links liegen, aber ich bin ja schon groß und besuchte die Vorträge, die mich interessierten, eben allein. Irgendwie war es komisch, als wären sie sauer auf mich oder es ihnen als Assistenzärzte unangenehm, mit einer PJlerin rumzulaufen. o.O Gelohnt hat es sich trotzdem und ich habe nun eine neue Berufsperspektive für mich. ^^
Tja, und sonst?! Ich laufe zurzeit wieder richtig viel, habe mir neue Laufschuhe und viel Funktionskleidung besorgt und drehe regelmäßig mit meiner neuen Mitbewohnerin hier meine Runden. Zu zweit macht es richtig Spaß! Ins Fitnessstudio gehe ich natürlich trotzdem noch, muss ja sein für den Rücken. Dort habe ich auch ein neues Gerät für mich entdeckt – dabei kann man lesen!^^
