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Mit ‘Kinder’ getaggte Artikel

Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug hier. Nun ist Weihnachten schon vorbei und morgen bin ich wieder einmal auf der Reise. Ich hoffe ihr hattet eine besinnliche und schöne Zeit mit euren Liebsten.

Bei mir lief im großen und ganzen alles gut, mit einem netten jungen Mann und einem weiteren Studenten als Mitfahrer konnte ich am 23. abends zu meinen Eltern fahren. Mein Vater holte mich von der Autobahnausfahrt ab und trotz Schnee und Eis ging alles recht fix und problemlos. Hier angekommen ging es ans Geschenke einpacken, Lebensmittel einkaufen und bei den Vorbereitungen helfen. Da meine Schwester dieses Jahr nicht bei meinen Eltern feierte, schmückte ich den Baum ganz allein – aufgrund begrenzter Farbauswahl wurde er in diesem Jahr silber und rot. Gold mag ich nicht so, andere Farben besitzen meine Eltern nicht. Das Kochen übernahm meine Mutter, es gab leckeren Braten in Weißweinsauce – einfach klasse!^^

Die Bescheung gestalteten wir wie jedes Jahr: Mit dem großartigen Spiel “Krokodoc” wird ermittelt wer ein Geschenk auspacken darf (bei dem das Krokodil zuschnappt), denn dieses wilde Aufreißen der Geschenke ohne dass die anderen mitbekommen was man eigentlich bekommen hat und von wem, ist alles andere als besinnlich.

Meine Geschenke kamen gut an, mein Papa konnte sein Bohrschrauberzubehör gebrauchen und meine Mama fand die Idee mit den Aquarelle Buntstiften und dem Malblock offenbar gut – ob sie es benutzt wird die Zeit zeigen… Ich hatte von meiner Schwester zwei Bücher von Jodi Picoult, von Oma Geld und Schoki sowie von meinen Eltern Pflegeprodukte, Stulpen, Handschuhe & Mütze, Geld und von Papa speziell einen wundervollen Wildlederrock, den ich mir schon bei meiner BF ausgesucht hatte.

Mein Papa kam mit seinem Laptop erst bei meiner Mutter nicht so gut an, denn sie wollten sich “nichts großes” schenken und eigentlich braucht sie den ja nicht. Am Ende sitzt sie nun aber doch damit in der Küche, guckte sich auf youtube Comedyclips an, googelt Rezepte, spielt online Sudoko und skypt mit ihrer Freundin in der Türkei.^^

Am ersten Weihnachtstag ging es dann seit langem mal wieder zu meiner lieben Oberärztin. Im Ferienhaus hier in der Nähe meiner Eltern, trafen wir uns und diesmal waren auch die beiden Stiefsöhne ihres Mannes dabei. Außerdem ein befreundetes Pärchen mit jugendlichem Sohn, die das Ferienhaus in Schuss halten.

Mit so vielen Leuten im Haus war natürlich immer etwas los, es gab tonnenweise gutes Essen und viel Spaß. Der Freund, der das Haus in Schuss hält ist total lustig, seine Frau eine großartige Köchin und meine Angst, die Stiefsöhne könnten mich nicht mögen, war unbegründet. Gerade der ältere fand mich gleich ganz klasse, die Jungs brauchten mir Wii spielen bei, verwickelten mich in eine Schneeballschlacht und hörten trotzdem auf mich, wenn ich ihnen etwas sagte (wie zum Beispiel, dass sie sich nicht prügeln sollen).

Wir machten einen Spaziergang im Schnee, gingen in der Stadt einkaufen und machten uns jedes Mal einen gemütlichen Abend vor dem Karmin mit riesen 3 Gänge Menu und Wein. Die Jungs freuten sich alle über ihre Legokästen und auch sie schien meine Idee mit den vielen kleinen Besonderheiten zu mögen. Für mich hatte sie ebenfalls ein Päckchen mit kleinen Dingen gepackt und bei Douglas durfte ich mir noch ein Parfum aussuchen (Style Soft von Jil Sander).^^

Besonders viel über die letzte Zeit reden konnten wir leider nicht, denn die Kinder waren fast immer dabei und einige Situationen waren nicht ganz so harmonisch (als mir der älteste von der Scheidung seiner Eltern erzählte oder der mittlere dem Kleinen immer wieder sagte, er sei ja gar nicht sein richtiger Bruder).  Außerdem ist es ein zwiegespaltenes Gefühl wie ein weiteres Kind behandelt zu werden – schön so liebevoll aufgenommen zu werden, aber mit 25 will man manchmal auch nicht wie ein Kind gesehen werden. Dass ich dann doch gestern wieder zu meinen Eltern wollte, um diese nicht nur einen einzigen Tag gesehen zu haben, verstanden sie schon. Aber eigentlich dachten sie alle ich bleibe bis morgen und fahre dann wieder von dort direkt zu meiner BF.

Das konnte ich meinen Eltern aber einfach nicht antun – zumal die beiden heute ihren Hochzeitstag haben – , also ließ ich mich gestern mittag abholen. Heute gingen wir noch schick essen und erkundigten uns bezüglich meines demnächst angepeilten Smartphones. Außerdem wurde der neue Laptop meiner Mutter weiter eingerichtet.

Ich hatte bisher also eine sehr entspannte und schöne Zeit und hoffe Silvester wird genauso toll. Nur mit der Inneren Medizin habe ich mich überhaupt nicht beschäftigt, es könnte also schwer werden, wenn ich am Montag gleich eigene Patienten bekomme. Aber wahrscheinlich hat das der Oberarzt eh schon wieder vergessen – und ich kann ja Sonntag noch ein bißchen nachlesen!^^

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Nein, nein – keine Panik, es geht nicht schon wieder im die berühmte Beruhigungstablette. Oder zumindest nicht nur und wenn auch nur am Rande. Wie erwähnt konnte ich in der letzten Woche ja die Prämedikationsvisite genießen, in der rein fachrichtungsbedingt (wir haben nur für bestimmte operative Fächer prämediziert) auch sehr viele Eltern mit ihren Sprösslingen saßen. Dort sind mir mehrere Sachen aufgefallen.

Zum einen wirken die Eltern vorher meist unheimlich gefasst und vernünftig. Wir haben zwar nicht für gefährliche Rieseneingriffe aufgeklärt, aber wenn ich die Mamis an der OP-Schleuse sehe, mit verweinten Augen wie sie ihrem ganzen Stolz hinterhersehen und nachwinken mit dem Satz “Keine Angst, du bist ganz schnell wieder bei mir!”, dann kann ich mir schon vorstellen wie es innerlich in ihnen aussieht. OP am eigenen Kind ist immer schlimm, völlig egal was gemacht wird und wie schnell es geht. Viele der Eltern schlagen sich aber unheimlich tapfer, denn die ruhigsten Eltern (die quasi am überzeugendsten lügen und dem Kind etwas vorspielen), helfen uns und damit auch dem Kind am meisten. Die Kleinen haben extrem feine Antennen für Angst bei den Eltern, da hilft auch die beste Prämedikation nicht viel – denn es ist ja alles fremd, riecht komisch und alle sind grün angezogen. Wenn dann Mama auch noch weint und traurig das Kind den grünen, unheimlichen Menschen überlässt, brechen die meisten in Panik aus. Also ist es wirklich sehr zu empfehlen, schon bei der Narkoseaufklärung wirklich ALLE Fragen zu stellen und auch über die Ängste zu reden. Wie oft wird die Schwester von Station, der Narkosepfleger oder eben der Arzt noch schnell an der Schleuse irgendwas gefragt – ältere Kinder verunsichert das ebenfalls, wenn Mama noch nicht einmal so recht weiß, was gleich alles passiert.

Zweiter Punkt: Kinder sind viel cleverer und aufmerksamer als man erwartet. Der 8jährige Tim kam mit Mama und Papa zu uns, sie waren für die Ohren-OP extra von weiter weg angereist und haben sich ein Hotel genommen. Tim wirkte normal, etwas gelangweilt (saß ja auch schon den ganzen Tag in der Klinik für die Voruntersuchungen) und nicht verängstigt. Er wolle die OP ja auch, so die Mutter, weil ihn die Hänseleien in der Schule zunehmend stören. Die Assistentin erklärte den Eltern und Tim den Ablauf der Narkose und worauf zu achten sei. Die Eltern hatten keine weiteren Fragen mehr, trotzdem fragen wir ab einem gewissen Alter (vier oder fünf, je nach Kindesentwicklung) stets nochmal das Kind selber, ob es noch etwas wissen möchte. Die meisten schütteln den Kopf – draußen wartet ja auch die Spielecke, wer will da schon weiter über die doofe OP reden?!^^

“Schlafe ich auch wirklich oder kann es sein, dass ich so halb aufwache und die OP nicht fertig ist?” fragte Tim uns mit leiser Stimme und rotem Kopf. Wow, keine schlechte Frage für einen Grundschüler! Die Assistentin erklärte ihm dann kindgerecht das BIS, womit man ja (zumindest tendenziell) die Narkosetiefe monitoren kann. Der Vater schien gleich begeistert und fragte, ob man diesen “Wachheitsmesser” nicht mal für die Hausaufgaben ausleihen könne. Tim war beruhigt, die Mutter fragte sich noch wie er auf solche Sache kommen könnte und alle drei verließen uns hoffentlich mit etwas weniger Sorge.

Ein paar Aufklärungsgespräche weiter: wieder Mama und Papa, diesmal mit Marie, zuckersüße 5jährige. Am Ende musste ich unweigerlich schmunzel und an den lieben Kinderdoc denken.

Assistenzärztin: “Haben Sie denn jetzt noch Fragen zur Narkose?”

Mutter: “Ja, kann ich eigentlich vor der OP Globuli geben?”

Assistenzärztin (verständnisvoll): “Natürlich, das ist kein Problem!”

Vater (augenrollend): “Ja, und dann holen wir gleich noch die Voodoopuppe aus dem Auto!”

Hier wird schnell klar, wer wie zu alternativen Heilmethoden eingestellt ist.^^ Wir haben zwar nicht mehr darüber gesprochen, aber an der Mimik und Betonung der Antwort der Ärztin ließ sich ihre Einstellung sehr gut ablesen: “Machen sie mal, was eh nicht wirkt, interagiert auch nicht mit unseren Medis!”

Fazit für besorgte Eltern: Fragen alle stellen (lieber zuviel als zu wenig), Ängste/Sorgen ruhig ansprechen, ehrlich zum Kind sein (wir verschweigen z.B. nie den Pieks für die Tropfinfusion, erklären aber auch das Betäubungspflaster) und am wichtigsten: das Lieblingskuscheltier nicht daheim vergessen! Das darf nämlich immer mit in den OP!^^

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Gestern war es nun endlich soweit: nach über 3 Wochen war ich zum ersten Mal wieder bei meinem richtigen Tutor in der Einleitung. In den Tagen davor hatte man ihn entweder in die Ambulanz gesteckt oder er war als Notarzt unterwegs. Meine Angst er würde sich nun gar nicht mehr für mich und meinen Lernfortschritt interessieren, war unbegründet. Nach der Frühbesprechung unterhielten wir uns ganz nett und die Dienstpläne für die kommenden Woche besitze ich nun ebenfalls. Ich werde demnächst viel herumkommen wie es scheint…^^

Gestern waren wir also zusammen in der Urologie und dort ist es nicht ungewöhnlich, dass der erste Punkt auf dem Plan ein kleines Kind ist. So kam ein ganz süßer 3jähriger zu uns in den Einleitung, ein bißchen schläfrig aber daher auch ruhig und entspannt. Die Viggo merkte der Kleine dank EMLA-Pflaster kein bißchen und ließ sich gut mit seinem Teddy ablenken. Natürlich legte mein Tutor selbige, da hätte ich mich auch wirklich nicht drum gerissen. Bei so kleinen Kindern liegen die Venen nämlich irgendwo im Babyspeck und so fürchterlich viele Versuche hat man da nicht.

Völlig problemlos begann dann die Einleitung und ich freute mich, auch mal beatmen zu dürfen. Dann drückte mir der Pfleger das Laryngoskop in die Hand. Alles klar, Kinder intubieren sei nicht so schwer, weil die Anatomie bei allen gleich ist – so hieß es zumindest im Unterricht. Das letzte Kind, welches ich intubieren durfte, war 8 Jahre alt und damit aus Anästhesiesicht eigentlich schon erwachsen.

Vorsichtig guckte ich also erstmal, aber der Kehlkopf ließ sich wirklich gut einstellen. Ich schob den Tubus (im Vergleich wirklich winzig das Teil!^^) vor und erinnerte mich an diese Enge unter den Stimmlippen, die bei Kindern vorhanden ist. Also schob ich den Tubus noch etwas vor, darin dürfe man sicher nicht blocken.

Ende vom Lied: erfolgreich intubiert – in den rechten Hauptbronchus. Es hätte ja so schön sein können, aber wir merkten schnell, dass nicht genug Luft in den kleinen Mann hineinging. Beim Abhören war es dann sehr sehr eindrucksvoll, das Atemgeräusch war rechts mehrfach lauter als links. Im Endeffekt ja überhauptkein Problem, der Tubus wird ein Stück zurückgezogen und schon funktioniert alles wie immer.

Trotzdem schaffe ich es immer bei meinem richtigen Tutor irgendwas nicht ganz perfekt zu machen, sodass ich nicht weiß wie sein Eindruck von mir ist. Ob er mit meinem Ersatztutor überhaupt Rücksprache hält? Jedenfalls durfte ich den nächste Patienten (älterer Mann) auch intubieren und dann das Narkoseprotokoll alleine führen.

Den verantwortliche Oberarzt kannte ich vorher noch nicht, stellte mich also brav vor und erfuhr, dass wir aus der selben Ecke Deutschlands kommen. Also gab es viel Gesprächsstoff, was ihn aber doch nicht davon abhielt mir unangenehme Fragen zu Medikamentendosierungen und Messwerten des Monitors zu stellen. Trotzdem war er extrem nett und versuchte mir wirklich etwas beizubringen (manche Oberärzte fragen nur, um zu zeigen, dass man keine Ahnung hat).

Der letzte Punkt auf dem OP-Plan wurde von den Operateuren einfach abgesetzt (natürlich ohne uns das zu sagen, wir erfuhren es von der OP-Pflege) und ich durfte mittags schon gehen. Mir passte das sehr gut, ich hatte akut das Bedürfnis zum Lehrbuch zu greifen.^^

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