Die letzten Tage als Zwischenmieterin sind angebrochen, ich räume langsam meine Sachen zusammen. Auch wenn die Klinik nicht so toll war, hat mir hier doch vieles gefallen – vor allem die WG und das Leben mit meiner Mitbewohnerin. In meiner eigenen WG wurde selten zusammen gekocht und auch nicht zusammen eingekauft. Wir waren zusammen essen, zusammen shoppen, feiern und haben gemeinsam das Laufen für uns entdeckt.
Nun muss ich mir daheim erst einmal eine gescheite Laufstrecke suchen und jemanden, der mich motiviert. Außerdem gurke ich wieder über eine halbe Stunde zum Fitnessstudio, haben keinen Park vor der Haustür. Noch kann ich mich nicht so richtig freuen, dafür hat es mir hier einfach zu gut gefallen. An das schickimicki Fitnessstudio mit Sauna und abgefahrenen Kursen hier um die Ecke, könnte ich mich ebenfalls gewöhnen.
Aber was soll´s, ich muss ja eh lernen und da ist die Unibib vor der Haustür auch recht praktisch. Das Lernen läuft so mittelmäßig, richtig motiviert bin ich nicht, aber ich mache täglich etwas. Meine Lerngruppe läuft über Fallbesprechungen per Skype, auch eine gute Sache – dann muss man nichtmal vor die Tür und kann gleich in seiner Jogginghose bleiben.^^
Mittlerweile kommen mir erstse Zweifel, ob ich die Stelle bei uns wirklich antrete. Diverse Leute muss ich nicht als Kollegen haben und ich hätte schon sehr viel Lust auf eine neue Stadt, eine neue und vor allem eigene Wohnung, ordentliche öffentliche Verkehrsmittel und Clubs, in denen das Durchschnittsalter über 17 ist. Gerne würde ich auch in der Woche etwas unternehmen können – etwas anderes außer Kneipe oder Kino. Ich muss mir das alles nochmal durch den Kopf gehen lassen…
