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Mit ‘WG’ getaggte Artikel

Da bin ich wieder, altes Zimmer, alte WG, guter alter Schreibtisch mit dem rückenschmerzerregenden Stuhl. Neu ist, dass meine Mitbewohner mich offenbar loswerden wollen.

Es hat mich ja schon gefreut, dass sie sich mit meiner Freundin aus dem 10. Semester so gut verstanden haben, aber langsam nervt es schon. Man selber bekommt kaum “Hallo” gesagt, aber über sie wird noch in Insidern und Spitznamen gesprochen. Tja, immerhin sind sie ja schon im 2. Semester und werden beide bald 20 – da muss man betonen wir erwachsen man ist. Sorry, aber bei Erwachsenen sieht die Bude nicht aus wie sau. Und mir erzählen wollen, wo ich mein Obst hinzuräumen habe, weger der Fruchtfliegen…

BEI MIR GABS NIE SCHEISS FRUCHTFLIEGEN!!! -.- Egal, ich habe nicht die Zeit mich damit zu befassen und ehrlich gesagt wohne ich seit 6 Jahren hier – so schnell bekommt mich hier nichts raus. Mit meinen vorherigen Mitbewohnern habe ich auch nie gekocht oder gefeiert, trotzdem (oder gerade deshalb) haben wir immer gut zusammengelebt. Die beiden wollen zusammen in den Urlaub fahren und kleben aneinander? Sehr gut, bin gespannt wie lange das so geht.

Zurzeit bin ich einfach etwas agressiv und anti-studentisch eingestellt, denn egal wo man hier hingeht, ständig trifft man auf junge Studis mit ihren Problemchen, die sie laut im Bus oder an der Supermarktkasse besprechen. “Oh, wie soll ich den Text nur bis dann gelesen haben?” “Ich glaube, die Frage habe ich voll am Thema vorbei beantwortet” “Was zieh ich bloß zur Sportler-Party an?”

Tja, hartes Leben, da möchte man echt nicht tauschen. Genug der Ironie, diese latente Aggression ist wohl normal in der Hammerexamenszeit. Meine Lernpartnerin hat sich gestern mit ihrem Mann gestritten und ich habe ein Magenulkus nach dem nächsten. Da hilft eigentlich nur Sport, Laufstrecken sind hier nicht so prall, aber ich habe immerhin mein Spinning Bike wieder (“Das ist irgendwie kaputt, musst du mal gucken!” Idioten.) und trainiere nun auch zusätzlich wieder in der Physiotherapie des Klinikums. Dann kann ich direkt aus der Bib dort hin und meine inneren Spannungen beim Gewichte stemmen, beim Rudern oder auf dem Laufband abbauen. Ab morgen geht´s los!^^

Das Lernleben versüße ich mir gerade mit Chirurgie, läuft mäßig, da der Exaplan da recht langweilig und trotzdem oberflächlich geschrieben ist. Hier nimmt mich das Lernen mehr mit, weshalb ich nun mal die Bibliothek ausprobiere.

Am Samstag bin ich hier, Ortskundige können ja mal nach mir Ausschau halten beim 8-km-Lauf. Ich trage ein rosa Laufshirt mit der Aufschrift “Running Queen”…^^

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Die letzten Tage als Zwischenmieterin sind angebrochen, ich räume langsam meine Sachen zusammen. Auch wenn die Klinik nicht so toll war, hat mir hier doch vieles gefallen – vor allem die WG und das Leben mit meiner Mitbewohnerin. In meiner eigenen WG wurde selten zusammen gekocht und auch nicht zusammen eingekauft. Wir waren zusammen essen, zusammen shoppen, feiern und haben gemeinsam das Laufen für uns entdeckt.

Nun muss ich mir daheim erst einmal eine gescheite Laufstrecke suchen und jemanden, der mich motiviert. Außerdem gurke ich wieder über eine halbe Stunde zum Fitnessstudio, haben keinen Park vor der Haustür. Noch kann ich mich nicht so richtig freuen, dafür hat es mir hier einfach zu gut gefallen. An das schickimicki Fitnessstudio mit Sauna und abgefahrenen Kursen hier um die Ecke, könnte ich mich ebenfalls gewöhnen.

Aber was soll´s, ich muss ja eh lernen und da ist die Unibib vor der Haustür auch recht praktisch. Das Lernen läuft so mittelmäßig, richtig motiviert bin ich nicht, aber ich mache täglich etwas. Meine Lerngruppe läuft über Fallbesprechungen per Skype, auch eine gute Sache – dann muss man nichtmal vor die Tür und kann gleich in seiner Jogginghose bleiben.^^

Mittlerweile kommen mir erstse Zweifel, ob ich die Stelle bei uns wirklich antrete. Diverse Leute muss ich nicht als Kollegen haben und ich hätte schon sehr viel Lust auf eine neue Stadt, eine neue und vor allem eigene Wohnung, ordentliche öffentliche Verkehrsmittel und Clubs, in denen das Durchschnittsalter über 17 ist. Gerne würde ich auch in der Woche etwas unternehmen können – etwas anderes außer Kneipe oder Kino. Ich muss mir das alles nochmal durch den Kopf gehen lassen…

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Das zweite Tertial verging am Ende mindestens genauso schnell wie das vorherige, anfangs scheinen 16 Wochen eine Ewigkeit zu sein und plötzlich ist die Zeit rum. Das Hammerexamen rückt immer näher, aber trotzdem hat es mir dann in den letzten Wochen gereicht mit der Inneren.

Zwar war die letzte Woche noch richtig gut, denn die Aussprache sorgte für gute Stimmung auf Station, aber auf die Chirurgie und die neue Stadt hatte ich ebenfalls Lust. So traf ich die Woche über langsam meine Abschiedsvorbereitungen, backte Kuchen für meine Stationsärzte und kaufte für die Pflege, die Ärzte der Intensivstation und für die Notaufnahme Schokoküsse. Für alle zu backen war mir dann doch zu aufwendig, immerhin musste ich mir Mixer und Rührschüssel jedes Mal ausleihen. Und die Verleihenden wollten ebenfalls zu ihrem Abschied backen.

Wegen Umzug und Zimmerübergabe hatte ich meinen letzten Tag schon am Donnerstag, womit aber niemand so richtig rechnete (obwohl ich es angekündigt hatte). Anscheinend war ich die einzige PJlerin, die den Tag normal begang, mit Blutentnahmen und Visite. Beim Essen sah ich alle, die mit mir aufhörten, schon in Zivil und danach sind sie gegangen. Ich erledigte alles zwischendrin, brachte meine Arbeitskleidung morgens weg, zog mir aber einen Intensivkasak an. Natürlich musste man sämtliche Schlüssel, das Schildchen und diverse Zettel an lauter verschiedenen Stellen abgeben, bei denen die Mitarbeiter entweder Frühstücks- oder Mittagspause machten – die ganze Sache zog sich endlos hin und ich war etwas genervt davon.

Nachmittags zur Besprechung stellte ich meinen Kuchen auf den Tisch, doch außer meiner beiden Neuen, wusste niemand, dass er von mir war und warum. Trotzdem bedienten sich alle nachdem sie von meinem Abschied erfuhren. Die beiden Oberärzte, mit denen ich am meisten gearbeitet hatte, waren leider gar nicht da und meine Assistenten von den ersten 9 Wochen hatten alle samt entsprechend der Rotation woanders hingewechselt.

Die Chefin verabschiedete sich nett von mir, die beiden OÄ meinte, wir würden uns ja noch gleich auf Station sehen. Den restlichen Kuchen verteilte ich in der Gastro bei den Assistenten, die mir auch viel beigebracht hatten – die freuten sich natürlich sehr. Wieder auf Station waren die Oberärzte dann weg, ich konnte mich lediglich von den beiden Neuen verabschieden. Die umarmten mich aber beide, was wirklich lieb war. Die Pflege verlor kein Wort über meinen Abschied, keine Ahnung, ob die Schokoküsse überhaupt gegessen wurden – jedenfalls war die Frühdienst einfach so gegangen – also sah ich auch keinen Grund mich von irgendwem zu verabschieden. Das Verhältnis von Pflege zu ärztlichem Personal ist in dieser Klinik einfach komisch.

Da ich noch etwas Zeit hatte, klopfte ich nochmals bei allen Oberärzten an den Bürotüren, erwischte aber nur den ltd. OA, der sich kurz bedankte und mir alles Gute wünschte. Tja, und schon war ich weg in Richtung Wohnheim, wo es ans große Einpacken ging.

Der Umzug klappte gut, eine Freundin fuhr ich per Auto, denn meine Sachen fühlten einen ganzen Kombi mit umgeklappten Rücksitzen. Unglaublich, was man in 4 Monaten so alles anhäufen kann!^^ Mittags waren wir schon bei mir in der WG, wo ich fast das ganze Wochenende zur Chaosbeseitigung benötigte. Trotzdem hatte ich eine schöne Zeit mit meiner neuen Mitbewohnerin, wir kochten zusammen und kauften im Baumarkt Blumenerde und Samen für den Balkon. Der Sommer kann also kommen – auch wenn ich in diesem Jahr nicht viel davon haben werde!

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